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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Alte Feilen zu Schwertern?

Im Grunde ist es nur eine Frage des Kohlenstoffgehalts und dann des Schmiedens, Härtens und Anlassens. Ich bin auch nicht vom Fach, das vorweg, habe aber ein paar erste Erfahrungen hiermit gemacht.

Feilen sind gehärtet, demnach bestehen sie aus einem härtbaren Stahl, enthalten also nach meinem Verständnis Kohlenstoff.

Wenn man die Feile durchglüht (nicht zu heiß, sonst verbrennt der Kohlenstoff) und langsam abkühlt, z.B. in einer warmen Esse oder in Sand (Stahl kann auch an der Luft härten) wird der Stahl bearbeitbar und man kann Messer oder Beitel daraus formen (schmieden und/oder schleifen).

Dann wieder erhitzen bis er nicht-magnetisch ist und in Öl (je nach Stahl auch Wasser) abschrecken.

Der Stahl ist dann so hart, dass er brüchig ist, daher muss er angelassen werden, entweder im Ofen bei 100-300° (beeinflusst die Endhärte, siehe z.B. für O1 Stahl: http://www.suministrosparacuchillos.com/Imag/O1-revenido.jpg) oder mit z.B. einem Gasbrenner erhitzen bis die Farbe der gewünschten Anlasstemperatur entspricht (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Härten_(Stahl)#/media/File:Anlaßfarben.jpg), dann ggf. zum fixieren in Wasser abkühlen.

Es gibt auf Youtube zahlreiche gute Videos zu dem Thema, auch über das Karbonisieren von Baustahl (case hardening), so dass man theoretisch auch diesen (mindestens oberflächlich) härten kann.

Spannendes Thema, aber als Holzwerker muss man sich wirklich fragen, ob man Zeit, Material und Gerätschaften nicht lieber spart und gutes Werkzeug neu kauft.

Schöne Grüße,
David

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