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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Abziehsteine - das ewige Thema

Hallo,

ich wende mich hier an das Forum mit einem Problem, das mich schon länger umtreibt. Es geht um Abziehsteine.

Ich habe - Leser meiner Schärfanleitung wissen es - jahrelang zum Abziehen meiner Werkzeuge (der Mikrofasen und Gegenfasen, sowie der Spiegelseiten bei Stecheisen) ausschliesslich den 8000er Naniwa benutzt. Wer den kennt, weiss, dass man damit eine fantastische Politur erhält. Und er gibt ein sehr schönes Feedback – ein geradezu samtiges Gefühl beim Abziehen – weich, gleichmäßig – toll. Aber: Der Stein ist sehr weich in dem Sinne, dass man sehr leicht in ihn einschneidet beim Anlege der Mikrofase. Weil mir das (speziell bei schmaleren Stecheisen) auch nach langer Übung immer wieder passierte, habe ich mich auf die Suche nach einem härteren Stein gemacht (ich habe darüber bereits vor längerer Zeit berichtet) und bin auf Empfehlung von Dieter beim 8000er Shapton gelandet.

Den benutze ich nun seit etwa einem Jahr. Er ist schon in Ordnung, ja. Der Stein schafft Rasierschärfe (und alles, was darüber hinausgeht, ist sowieso nur für die ersten Hobelstöße, behaupte ich mal). Er ist tatsächlich so hart, dass auch sehr schmale Stecheisen beim Anlegen der Mikrofase nie in ihn einschneiden.

Trotzdem habe ich mich nicht wirklich mit ihm anfreunden können. Er kratzt. Er rubbelt. Und die mit ihm abgezogenen Mikrofasen und Gegenfasen sehen ohne Lupe ordentlich aus (mit Lupe schon nicht mehr so ganz), aber die Spiegelseiten meiner Stecheisen sind, seit ich sie mit dem Shapton abziehe, gräßlich kratzig und ich schaffe es auch nicht, sie wirklich gut hinzubekommen. Neulich habe ich, da ging es um das Hobeln von Balsaholz, nach langer Zeit mal wieder den Naniwa genommen. So ein Unterschied!

Es geht mir, das muss ich hinzufügen, um das Schärfen der verbreiteten Kohlenstoffstähle und niedriglegierten Stähle (alles bis zum A2). Bei hochlegierten wie D2 oder PMV11 habe ich sowieso Probleme mit meinen Wassersteinen, da ist der Abtrag viel zu klein, aber das ist ein anderes Thema.

Weil ich derzeit dabei bin, meine Schärfanleitung zu überarbeiten, ärgert es mich, dass ich in Sachen Abziehstein so in der Luft hänge und eigentlich keine wirklich befriedigende Empfehlung geben kann. Nun kann ich mir ja nicht das komplette Sortiment kommen lassen und durchprobieren; irgendwo ist eine Grenze, es müsste vor eventuellen Versuchen zumindestens eine sinnvolle Vorauswahl getroffen werden. Darum meine Frage an das Forum: Kann mir jemand aus eigener Erfahrung einen anderen sehr feinen Abziehstein (Wasserstein!) empfehlen ? Der Stein soll (um das noch mal zusammenzufassen)

- ein sehr feines, politurartiges Schliffbild schaffen (im Idealfall wie der 8000er Naniwa)
- deutlich härter als der Naniwa sein, also nicht so einschnittgefährdet wie der.
- möglichst weich und gleichmäßig greifen (die Abtragsleistung darf aber gering sein)
- die übliche Größe (etwa 200 x 70 mm) haben, ein gelber belgischer Brocken von Handtellergröße (beispielsweise) nützt mir gar nichts.

Wenn ich einen solchen Stein nicht finde, werde ich evtl. zukünftig für breite Eisen und Spiegelseiten zum 8000er Naniwa zurückgehen und für schmale den 8000er Shapton nehmen). Auf jeden Fall werde ich aber bei Wassersteinen bleiben.

Wenn jemand einen Stein hat den er für geeignet hält und mir empfehlen möchte und schickt ihn mir nach vorheriger Absprache zum Testen (und Zurückschicken), würde mich das sehr freuen. Einen schriftlichen Bericht mache ich dann auf jeden Fall.

Also, ich bitte um Erfahrungsberichte, und eine rege Diskussion sollte das Thema auch hergeben.

Grüße, Friedrich

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