Handbehauene Raspeln von Liogier

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Hobeln Anfangen

Hallo Ansgar,

wenn ich mir das dritte Bild so anschaue, dann könnte man meinen, dass der Keil nicht tief genug eintaucht. Wenn dann noch das Bett des Eisens im Hobelkörper etwas verzogen ist, dann kann das Eisen tatsächlich etwas Spiel haben, obwohl es fest verkeilt aussieht.

Mach mal folgendes: Zünde eine Kerze an und schwärze das Hobeleisen auf der Fasenseite ungefähr 5 cm hoch gleichmässig, aber nicht zu dick, mit Kerzenruss. Dann stellst du den Hobel flach auf den Tisch, baust das Eisen ein und klemmst den Keil fest. Anschliessend wieder ausbauen und nachschauen. Das Bett ist da geschwärzt, wo das Eisen auflag. Das Bett sollte einigermassen gleichmässig geschwärzt sein, vor allem weit vorne am Maul. Wenn es nur punktuell gechwärzt ist, dann hat das Bett "Beulen". Die kann man ganz einfach mit einer Feile oder einem sehr sehr scharfen Stechbeitel abschaben. Nur soviel, dass der Russ weg ist. Solange wiederholen, bis das Eisen gleichmässig die ersten 5 cm aufliegt.

Ähnlich sollte der Keil untersucht werden. Er MUSS die ersten 5 cm dicht aufliegen, sowohl auf dem Eisen als auch in der Führungsnut.

Alte Hobel (sehe ich da ein paar Wurmlöcher?) sind oft etwas verzogen, was das Rattern verursachen könnte.

Wenn alle stimmt. verschliesst du unten das Hobelmaul (Brettchen und Schraubzwingen) und füllst das ganze Hobelmaul mit Leinöl auf. Vorher natürlich Eisen und Keil entfernen. Dann über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag das Öl ausgiessen, das Maul auswischen und zwei bis drei Tage trocknen lassen. Danach müsste der Hobel erstklassig laufen.

viel Erfolg
reinhold

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