Juuma Einhand-Multizwinge - schnelles einhändiges Spannen von 0 bis 170 mm

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Studie in Stahl *MIT BILD*

Moin moin an alle,
erneut bricht sich der Drang zum kreativen Schaffen Bahn. Ich weiß nicht mehr genau was der Auslöser war, aber ich habe neulich mit einem Projekt begonnen, dass aus irgend einem Tagtraum heraus entstand. Dieses Projekt heißt Stecheisen selber machen. Wie geht man also vor wenn einen so eine Idee gepackt hat? Erst mal natürlich ins Netz und schauen was andere Leute dazu gesagt haben. Gut das man Englisch kann... Und tatsächlich haben viele Leute einiges dazu gesagt.

Also habe ich mir ein paar Stücke Werkzeugstahl bestellt und ein bisschen gezeichnet. Das Paket kam dann auch erstaunlich schnell an. Jetzt noch schnell die Hobelbank auf Metall umtrimmen und es kann losgehen. (leider ist der schöne Boley-Schraubstock im kalten Schuppen) In Ermangelung einer Fräsmaschine oder Vergleichbarem muss die Feile herhalten. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was mit diese alten Werkzeug alles möglich ist. Ging auch sehr gut. Diese sauberen Stähle lassen sich meist gut feilen. Wenn ich da im Vergleich an den berühmten Baustahl denke...



Leider hab ich nicht von allen Arbeitsschritten Fotos gemacht.
Nachdem alles fertig gefeilt war ging es an den spannendsten Teil. Ich hab gelesen, es ist gut zu härtende Teile vorher zu glühen um später möglichst wenig Verzug im Werkstück zu haben. Es stellt sich die Frage, wie man die Teile am besten warm macht. Ich hab zwar Zugang zu einem elektrischen Härteofen, der ist aber zur Zeit kaputt wie ich erfahre... ärgerlich. Also mit Acetylen und Sauerstoff. Gut, der Druck ist bisschen niedrig aber was solls. Funktioniert auch wunderbar. Zweimal glühen und dann härten. Erstmal nur mit einem Rohling. Tja, es kommt wie es kommen muss... Im entscheidenden Moment ist das Gas alle. Grade beim Warm machen zum Härten. Vielleicht reicht es ja trotzdem... Also schnell in den Pott mit dem alten Motoröl.

> Hier der erste Tipp: Den Kopf nicht über den Eimer halten. Eigentlich weiß man ja das es da Flammen gibt... aber man lernt eben nur aus Erfahrung.

Es gab keine Verletzungen also geht es schnell weiter. Dabei hatte ich allerdings schon ein ungutes Gefühl. Der Test mit der Feile zeigt: Hat nicht funktioniert. Zwar härter als vorher aber auf jeden Fall zu weich. Was nun? Eine neue Füllung Gas ist nicht ganz billig, außerdem ist Sonnabend. Der Versuch wird also vorerst abgebrochen.

Dann hab ich ein paar Tage über die Sache nachgedacht. Wie haben es den die Altvorderen gemacht? in der Esse natürlich. Wie gut das ich sowas mal gebaut hab. Also ein neuer Anlauf...
Ist natürlich deutlich aufwendiger als mit dem Brenner.


Schwierig ist vor allem die Stücke gleichmäßig zu erhitzen. Aber es geht och alles besser als gedacht.

Nach dem härten sind die Stücke diesmal auch wirklich hart.

Dann gings weiter mit dem Anlassen. Dazu hab ich den Gasherd in der Küche benutzt. Vorher ein bisschen geschliffen.

Sieht für meine Begriffe ganz gut aus. Jetzt recht es sich allerdings wieder das ich keine Schleifmaschine hab.
Wie auf den Bildern zu sehen ist, hab ich die ersten beiden Stecheisen einfach ohne diese Erweiterung an der Angel, gefeilt, die das Eisen davon abhält, weiter in das Heft getrieben zu werden. Ich weiß leider nicht ob es da einen Begriff für gibt. Beim letzten Eisen hab ich es dann mal mit besagtemem Ding versucht. Ähnlich wie beiden Veritas Eisen. Dazu gehört dann allerdings noch eine kleine Stahlzwinge. Aber das ist zum kein Problem für mich.

Tja, das ist im Moment der Stand der Dinge. Ich werde auf jeden Fall weiter berichten. Was hab ich bisher daraus gelernt? Nun Ja, einen Tipp hatte ich schon erwähnt. Ansonsten kann man sagen, dass so ein Projekt durchaus machbar ist, wenn man die Entsprechenden Werkzeuge und Hilfsmittel zur Verfügung hat. Vieles lässt sich aber sicher auch improvisieren. Es empfiehlt sich übrigens einen möglichst großen Eimer mit entsprechend viel Öl zu benutzen. Es muss eine Menge Hitze aufnehmen. Ob Motoröl so gut ist, da bin ich nicht sicher. Es bildet sich eine ziemlich hartnäckige Schicht auf dem Stahl... Eine Esse ist sicherlich nicht ideal, aber ich denke mit etwas Übung geht das auch sehr gut.
Mich würde noch mal interessieren, was für eine Schleifmaschine man am besten verwendet. Vielleicht gibt es hier ja Ideen.
Ich muss das vorerst wohl von Hand erledigen. Und dann geht es an die Griffe. Drechseln ist leider noch nicht so meine Stärke...

Beste Grüße

Malte

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