Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Wippdrechselbank

Hallo Friedrich,
ich finde es erfrischend, in puncto Wippdrehbank einen neuen Ansatz zu sehen (Flaschenzug und Schwinge mit Gewichten)!

Vor einer Weile habe ich auch mal drechseln dürfen - an unterschiedlichen Wippdrehbänken. Da war es Grünholzbearbeitung, also mit noch relativ frischem Holz, das sich entsprechend leichter (weniger Widerstand, weniger Ausrisse) bearbeiten lässt als trockenes Holz.
Jedenfalls hat es mir sehr gefallen. Für ein Grünholz-Lager habe ich nicht die Möglichkeiten; auch fehlt mir in meiner Werkecke der Platz für eine fest installierte Wippdrehbank - und für eine mit Ausleger (pole lathe) erst recht. Auch ich habe daher meine Hobelbank als Aufnahme genutzt (Bankhakenlöcher in Bankplatte und Hinterzange; Bungee-Variante mit Schraubhaken in der Decke). Ich habe bisher nur ein wenig damit rumgespielt, aber nicht wirklich was zustande gebracht.

Dennoch, aus meinen Erfahrungen mit den funktionierenden Wippdrehbänken vielleicht ein paar Impressionen für dich, vielleicht nützt es dir was:
- Die Werkzeuge sind leichter zu führen, wenn die Werkzeugauflage möglichst dicht am Werkstück anliegt. Je nach Durchmesser des Werkstücks kann es sinnvoll sein, dass sich die Werkzeugauflage entsprechend einstellen lässt (siehe auch Dirk Boehmers Kommentar). Bei deiner jetzigen Konstruktion ließe sich das sicher lösen, indem du die Aussparung für deine Werkzeugauflage tiefer einsägst/ausstemmst und bei Bedarf Distanzstücke einlegst. Auch eine Schrägstellung kann sinnvoll sein, wenn du ein langes Werkstück z. B. stark konisch zulaufend drechseln willst, dann steht die Auflage schräg, sprich parallel zur anvisierten Form. Aber das kannst du ja auch dann ändern, wenn du es brauchst.
- Wahrscheinlich weißt du es schon: Mit einem Tropfen Gleitmittel (z. B. Speiseöl) auf die Aufnahmespitzen/das Werkstück läuft das Holz leichter.
- Wie sehr schwingt deine obere Seilführung mit, wenn du sie ganz ausfährst? Ich hätte angenommen, dass sie merklich mitschwingt - und gleich einen weiteren Aufnahmebalken auf der rechten Seite angebracht. Das Führungsrohr oben würde dann durchgehen, die Rolle lose sein bzw. am Rohr feststellbar (und nicht das Rohr feststellbar).
- Das Fußpedal empfand ich auch als entscheidenden Wohlfühlfaktor: Oft habe ich mich am Bett bzw. an den seitlichen Aufnahmen gestoßen - mit dem arbeitenden Bein. Ich wünsche dir, dass du hier eine komfortable Lösung findest.
- Deine Aufnahmespitzen sind sehr weit nach hinten in den Reitstöcken gesetzt: Kannst du ungehindert an den Enden deines Werkstücks arbeiten? Ich denke an starke Schrägstellung der Werkzeuge, wenn du Wölbungen anarbeiten willst. Aber zur Not kannst du dann ja deine Gewindestangen noch weiter ausfahren, um den Abstand zu den Kanten der Reitstöcke zu vergrößern. Wird schon gehen.

Was mich noch interessiert:
- Du hast auch runde Bankhakenlöcher. Ich hatte bei meiner Konstruktion das Problem, dass sich meine Werkstückaufnahmen gedreht haben. Bei deinem Aufbau dürfte das nicht relevant sein. Demnach: Hast du die Bettaufnahme an der Hobelbank mit einer durchgehenden Gewindestange gesichert?

Genau wie du, war auch ich überrascht, wie fein einfache Drechseleien von der Hand gehen; Werkzeuggriffe und Co. sollten kein Problem sein für dich.

Viel Spaß!
grüßend,
René

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