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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Experiment mit Japanhobel

Hallo Friedrich,

ich benutze schon seit einiger Zeit Japanhobel zum Putzen von Resonanzböden für alte Musikinstrumente. Diese werden werden z.B. bei Clavichorden und Cembali mit Streublumen aus Gouache bemalt und anschließend nur gewachst. Daher muss die Oberfläche ganz sauber sein und soll einen natürlichen Glanz erhalten. Da die Resonanzböden oft gespiegelt verleimt werden, wird dann natürlich auch teilweise gegen die Faser gehobelt.

Der niedrige Keilwinkel der Japanhobel liefert diese Oberflächengüte. Allerdings ist es extrem nötig, einen kleinen Span abzuheben, so ca. 0,01 - 0,02mm (ja, das geht) und das Eisen so scharf wie möglich zu halten. Trifft eines von beiden nicht zu, gibt es sofort kleine Ausrisse. Ich habe schon einige Zeit gebraucht, bis ich den Trick heraus hatte. Die Oberflächengüte ist dann allerdings unübertroffen. Das schaffen meine Eisenhobel BevelUp oder BevelDown nicht ganz so. Ich habe den Eindruck, dass das japanische Eisen einfach schärfer wird. Ich kann das nicht beweisen, aber der Unterschied ist spürbar.

Den Spanbrecher kann man so einstellen (an den umgebogenen Ohren oben), das er mit leichten Schlägen richtig sitzt. Die Schwierigkeit ist nur, die Position an der Schneide zu erkennen. Ich helfe mir mit mit einem untergelegtem Blatt Papier. Das ist aber schon eine richtig fummelige Einstellarbeit.

Diese Hobel sind schon reichtlich archaische Instrumente. Als Wald- und Wiesenhobel nehme ich die nicht. Da sind mir westliche Eisenhobel lieber. Aber für einen speziellen Zweck hergerichtet sind sie die richtige Wahl.

Das ist jetzt natürlich nur eine Sicht aus einem sehr speziellem Anwendungsbereich, aber vielleicht hat es ja geholfen.

Viele Grüße

Joachim

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