Handwerkzeugforum für Holzwerker

Experiment mit Japanhobel

Ich besitze bereits seit einiger Zeit einen japanischen Hobel (ca. 27 cm lang, Eisenbreite 65 mm, Korpus Weißeiche), nicht gerade das teuerste Modell. Ich wollte so etwas einfach nur einmal ausprobieren und habe eigentlich nicht die Absicht, mich gleich auf japanische Hobel umzustellen.
Nun gut, der langen Rede kurzer Sinn: Ich kam mit der genauen Einstellung des Eisens nicht zurecht, und zwar wegen des Spanbrechers, der hier ja gleichzeitig als Keil funktioniert. Beim Festsetzen des Eisens war der nie in der richtigen Position. Wahrscheinlich bin auch etwas zu blöd dazu. Ich wollte das Spielchen schon aufgeben und den Hobel in den nicht verwendeten Fundus verbannen.
Da las ich in Odates Buch über die Werkzeuge des japanischen Schreiners, daß in früherer Zeit Hobel ohne Spanbrecher verwendet wurden. Das könnte man ja schließlich ausprobieren!
Ich habe also einen passenden Keil angefertigt, den Spanbrecher weggelassen und den Keil an seiner Stelle eingesetzt (er endet natürlich weit oberhalb der Schneide des Eisens). Was soll ich sagen? Das Ergebnis hat mich überrascht! Die Eiseneinstellung ist jetzt kinderleicht - und dieser Hobel mit einfachem Eisen (vulgo Schlichthobel!) erzeugt eine seidenweiche Oberfläche, wie ich sie mit meinem besten Putzhobel westlicher Bauart kaum hinbekomme! Auf Weichholz - denn nur dafür werde ich ggf. den Hobel verwenden.

Eine Überlegung, die ich bei meiner einfachen Umbauarbeit angestellt habe: Wir benützen doch mit den "Bevel-up-Hobeln" aus Metall auch ständig Hobel ohne Spanbrecher. Und wenn das Eisen scharf ist, und wenn wir das Hobeln beherrschen, dann erzielen wir doch mit denen auch hervorragende Ergebnisse. Also, was soll's?

Grüße an alle
Gunther

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