Veritas Stemmeisen

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Die reine Neanderthaler-Lehre?

Danke Oliver und Christof, für das Lob.

Zur Erklärung für alle: Ich weiß, daß Links zu privaten Hompages hier nicht gern gesehen werden. Dennoch dachte ich, daß es hier Leser gibt, die gerne mal meinen Bericht sehen würden. Desshalb habe ich Oliver gefragt, ob das in Ordnung ist. Nun hat er den Link veröffentlicht. DANKE Oliver!

Die reine Neanderthaler-Lehre!?

An dieser Stelle möchte ich meine Erfahrungen mit Maschinen und Handwerkszeugen schildern.
Es ist außerordentlich befriedigend, mit einen Handhobel aus einem rohem Stück Holz ein glattes maßhaltiges Brett oder Kantholz zu hoben. Der Einsatz vom Schropphobel über Schlichthobel und Rauhbank bis zum Reformputzhobel macht einfach nur Freude. Zu sehen, zu spüren, zu hören und zu riechen, wie das Holz aus dem Hobelkasten rollt, ist einfach ein schönes Erlebnis. Auch die Oberfläche ist anschließend so glatt, wie man es mit keiner maschinellen Bearbeitung erreicht.

Dennoch sprechen für mich auch Gründe für die Verwendeung von Maschinen. Wenn man sich ein größeres Projekt vornimmt, kann man ohne zeitsparende Maschinen schnell die Freude verlieren.

Die Arbeit an den Notenpulten macht dies deutlich. Es sollten 6 Notenpulte in wenigen Wochen gebaut werden. Die Zeit hätte einfach nicht gereicht, die Buche von Hand aufzusägen und alle Teile von Hand zu hobeln.
Also wurde das Holz mit der Kreissäge geschnitten.

Bislang habe ich nur von Hand gehobelt. Es ist für mich mittlerweile kein Problem mehr, ein Brett oder eine Leiste mit Handhobeln winklig auf ein gewünschtes Maß zu bringen. Nun kaufte ich mir aber eine kleine Abricht-Dicken Hobelmaschine mit 180 mm Breite. Diese Maschine half mir, das Material in kurzer Zeit auf das geforderte Maß zu bringen. Leider ist die mit Maschinen gehobelte Oberfläche nicht so schön, wie eine von Hand gehobelte. So mußte doch noch viel mit dem Handhobel nachgearbeitet werden.

Wie ich die Profile ohne Oberfräse an die Notenplatte hätte anbringen können hätte ich auch nicht gewußt. Hätte man wirklich alle Profile mit Handhobeln anstoßen können? Auch die Gehrungen in 14mm starkes Material hätte ich nicht so gut mit Schlitz und Zapfen hinbekommen. Ich habe halt Lamellos genommen.

Also ich bekenne offen, daß ich mit dieser Arbeit die gegen die Zunft der Neanderthaler verstoßen habe, aber ich bereue es nicht, denn die Arbeit hat dennoch viel Freude gemacht, und es ist doch auch ein recht zufriedenstellendes Ergebnis dabei herausgekommen.

Ich für meinen Teil liebe die Arbeit mit alten Werkzeugen und setze diese in Verbindung mit modernen Maschinen ein, damit ich in absehbarer Zeit zu einem schönen Resultat komme.

Und wie macht ihr Eure Arbeiten? Nutzt Ihr wirklich den Strom in Eurer Werkstatt nur fürs Licht?

Gruß
Berthold

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