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Re: Schlangebohrer, hätt, ich's nur gewu

Hallo Christof,

mir ist aufgefallen, daß ich noch nicht verstehe, was deine Begeisterung ausgelöst hat. Daß du überhaupt noch neue Bohrer für die Bohrwinde gefunden hast oder daß es kernlose Bohrer sind?

Neue Bohrer zu finden ist tatsächlich nicht einfach, und außer Famag kenne ich keine Firma in Deutschland, die sie noch herstellt. In Amerika ist das natürlich wieder mal kein Problem, aber die hohen Versandkosten sind im allgemeinen ziemlich abschreckend. Als Alternative bietet sich die Suche auf Flohmärkten an. Da habe ich über die Jahre schon eine ziemliche Auswahl gefunden, und mir fehlen eigentlich nur noch ein paar Löffelbohrer. Natürlich muß man diese alten Bohrer erst noch entrosten und schärfen, aber letzteres muß man sowieso ab und zu machen. Ein Satz Nadelfeilen von Dieter ist da keine schlechte Investition.

Die kernlosen Bohrer von Famag sind sogenannte Lewis- oder Schiffs-Schlangenbohrer. Irgendwo habe ich mal gelesen, daß sie gerne von Schiffsbauern verwendet wurden, weil sie leichter zu schärfen sind (nur eine Schneide und ein Vorschneider). Allerdings ist diese Geometrie auch ein Nachteil, weil die Kräfte asymmetrisch verteilt sind wie auch schon beim Zentrumbohrer. Als besonders guter Bohrer für tiefe Bohrungen wird der Irwin-Bohrer angesehen, weil hier die Späne von beiden Schneiden gemeinsam in einem breiten Kanal nach oben befördert werden. (Alle Aussagen nicht aus eigener Erfahrung, sondern aus alten Büchern und Katalogen)

Gruß, Wolfgang

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