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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Abziehklingen und Oberflächenbehandl

Hallo Manfred,

im Beitrag "Couchtisch, endlich fertig" findest Du Bezugsadressen. Ich würde Dir ausdrücklich NICHT zu fertigem Schellack raten, sondern nur zu Blätterschellack, den Du selbst in Alkohol auflöst. Nur so hast Du die Gewähr, daß er frisch genug ist und auch trocknet. Desweiteren würde ich entwachsten Schellack nehmen, da dieser problemlos z.B. mit Lack überstreichbar ist. Bei wachshaltigem Schellack wäre das nicht möglich.

Ich habe auch erst ein Projekt mit Schellack behandelt. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, obwohl es keine französische Politur ist und auch nicht perfekt. Ein paar Grundregeln gilt es zu beachten: Der Ballen sollte nicht zu naß sein (lieber zu trocken als zu naß). Der Ballen darf nicht stehenbleiben, sondern muß dauernd in Bewegung bleiben. Du kannst die Verwendung von Öl vermeiden, indem Du die Obefläche trocknen läßt bevor Du die nächste Schicht aufträgst. Das kann sehr schnell sein, besonders bei großen Flächen kann der Anfang schon trocken sein, wenn Du am Ende angekommen bist. Irgendwann (nach 3-5 Durchgängen) ist die Fläche dann doch etwas klebrig. Laß sie dann erst mal für ein paar Stunden ruhen. Vor dem letzten Auftrag solltest Du mit 1000er Körnung schleifen und dann mit stärker verdünntem Schellack die Endschicht auftragen. Entwachster Schellack kann übrigens auch naß (mit Wasser) geschliffen werden, wenn der Alkohol komplett verflogen ist. Ich habe eine Woche gewartet und alles lief glatt. Schellack ist relativ empfindlich. Stehendes Wasser kann Schäden hervorrufen, sowie Hitze, Alkohol und Laugen. Allerdings ist die Reparatur denkbar einfach. Einfach eine Schellackschicht drüber und alles sieht aus wie neu. Das alles hört sich kompliziert an, aber es ist wirklich auch für den Anfänger machbar. Schließlich hab ich das auch hingekriegt und mein Talent ist da sehr überschaubar.

Bis dann,
Oliver

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