Juuma Türenspanner - auch für Leimholzherstellung

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Hobeln um des Hobelnswillen?

Hallo Holzwerker, Hobelsammler, Freizeittischler und Profis,

Thomas, da hast du ja ein ganz interessantes Thema angesprochen. Vor ein paar Wochen gab es dazu im Woodcentral eine ähnliche Diskussion.

Warum werken wir Freizeitwerker eigentlich?
Wollen wir Geld sparen? - Das steht für viele von uns nicht im Vordergrund, sonst würden wir nicht Unmengen teures Werkzeug kaufen.
Wollen wir uns schöpferisch und kreativ betätigen? - Vielleicht schon eher.
Sind wir von Werkzeug und Werstatt fasziniert, lieben wir den Duft von frischem Holz, das Pfeifen des Hobels und das Singen des Nagels? - Mit Sicherheit.

Für mich und - wie ich mittlerweile habe herausfinden können - andere steht beim Holzwerken das Ergebnis nicht unmittelbar im Vordergrund. Natürlich ist es befriedigend, mit den eigenen Händen aus einen rohen Brett ein schönes Möbelstück zu "zaubern", aber das, was ich am Holzwerken so schätzen, ist nicht unbedingt das fertige Stück. Auch ich will irgendwann ein Ergebnis sehen, ein Resultat nach stunden-, tage-, monate- oder jahrelanger Arbeit, aber die größte Freude habe ich bei der Arbeit selbst, eben wenn der Hobel über das Holz zischt, ich mit der Douzuki eine Leiste ablänge oder - sogar wenn ich mit dem Exzenterschleifer eine Fläche schleife.
Nicht grundlos kursieren Begriffe wie "Tooljunkie", "Woodbutcher" oder "producing shavings".
Ja, so ist es!
Ich hoble nicht, ich mache Hobelscharten! Und ich säge nicht, weil ich eine kurze Leiste brauche, sondern weil "ich mich nach Sägen fühle".
Wenn ich mich richtig erinnere, antwortet Forest Gump auf die Frage, warum er denn laufe, "I felt like running".
Das ist in meinen Augen eines der schönsten Motive, etwas zu tun - sich danach fühlen.

Und mir macht es wirklich Spaß zu hobeln, bohren, sägen, schleifen, aber einfach nur am Abend in den Keller zu gehen, die Werkzeugkiste zu öffnen und den Winkel herauszunehmen und zu begutachten oder die Schiebelehre aus dem Etui zu packen und zu bestaunen oder sich auf die Hobelbank zu setzen und den Blick über sein "Reich" schweifen zu lassen, bringt mich dem Himmel schon ziemlich nahe.
Wie sagte Thomas Skaggs in der "Woodcentraldiskussion":
"I'll agree that what is happening at the end of a sharp chisel is what the core of woodworking is all about. But for me, when I put away the tools it's nice to be able to kick back, open a beer and enjoy the view."

Die gesamte Debatte ist unter http://www.woodcentral.com/newforum/msgset.shtml Stichwort "Your Dream Workshop?" nachzulesen.

Herzliche Grüße

Christian

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