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Re: Stemmeisen oder Nuthobel?
Antwort auf: Stemmeisen oder Nuthobel? ()

Hallo Stefan,

eine Nut quer zur Faser (das soll es werden, oder?) kann man mit einem einfachen Nuthobel (ich habe einen Stanley 12030) nicht gut herstellen, weil man keine saubere Seite der Nut bekommt. Mit einem Nuthobel, der mit Vorschneidern auf beiden Seiten ausgestattet ist, müsste es gehen. Ich weiss gar nicht, ob es sowas aus aktueller Produktion noch gibt, bei den Amerikanern war das als Dado- Plane, z.B. Stanley 39, vor langer Zeit mal ein wohl durchaus gängiges Werkzeug (das aber immer auf eine einzige Nutbreite = Hobelbreite spezialisiert war!) Leider kann aber ein ein solcher Hobel nur eine durchgehende Nut schneiden, und bei einem Regal soll die Nut doch normalerwese nicht nach vorne durchgehen.

Ich benutze für eine solche Nut eine japanische Azebiki- Säge (kannst Du Dir im Katalog bei Dieter ansehen, funktioniert wirklich sehr gut!).
Auf das Brett wird eine gerade Leiste geklemmt als Führung für die Säge, dann kann man eine Flanke der Nut sehr genau vorsägen. An der anderen Seite genauso, und dann die Nut mit dem Stecheisen ausheben. Zuletzt ist dann ein Grundhobel ein schönes Hilfsmittel, um den Nutgrund richtig eben zu kriegen. An Ende der Nut muss man mit dem Stecheisen die Flanken nacharbeiten, weil auch eine Azebiki eben nicht ganz in die Ecken kommt.
Wenn man die Breite der Nut nacharbeiten will oder muss: Auch dafür gibt es spezielle Hobel. Bei Dieter heißt er Wangenfalzhobel, gibt es in verschiedenen Güten und Preisklassen.
Und um jetzt auf Christof einzugehen: Selbstverständlich kann man auf diese Weise sowohl eine geradflankige Nut als auch eine Gratnut herstellen. Für Letztere muss dann die Führungsleiste zum Sägen eine schräge Seitenfläche haben. man muss dann allerdings auch am Gegenstück einen entsprechend schrägen Falz anhobeln oder stechen. Ich habe mir dazu einen hölzernen Simshobel umgearbeitet, funktioniert gut.

Friedrich

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