Juuma Ganzstahlzwingen

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Nochmal! (wg. Softwarefehler?)

Hallo Dieter,

ich habe erst jetzt bemerkt, daß mein Beitrag zum Abrichten eines Brettes verstümmelt wiedergegeben wurde. Wahrscheinlich lag das einem 'kleiner'-Zeichen (dreieckige Klammer links), ab dem abgeschnitten wurde. Deshalb jetzt der vollständige Text:

Hallo Christof,

ich habe diese Diskussion gestern erst entdeckt, deshalb bin ich ein bißchen spät dran mit Kommentaren. Schön, daß du dir wieder die Arbeit machst für eine Arbeitsanleitung.

Gestern abend habe ich mir nochmal einige ältere und aktuelle Bücher zu diesem Thema angeschaut, weil ich auch etwas irritiert darüber war, daß du mit dem Abrichten einer Kante beginnst. Alle waren sich darin einig, daß man mit dem Abrichten einer Seite beginnt, die in den Büchern auch Kernseite oder Werkseite genannt wird. Das ist also die Fläche, die bei einem Möbelstück außen liegt.

Vielleicht kommt die Verwirrung auch daher, daß deine Schritte 1.) und 2.) tatsächlich erst ein grobes Zuschneiden des Brettes sind, was die Handhabung und das eigentliche Abrichten vereinfacht. Beide Kanten, also die Längskante und die Hirnkante, mußt du später noch einmal abrichten, wenn das Brett auf das genaue Maß gebracht wird. Man sollte vielleicht noch erwähnen, daß man sich das langwierige Besäumen der Bretter mit der Säge sparen kann, wenn man nur wenig Material wegnehmen will (weniger als 2 cm). In diesem Fall ist man mit dem Schrupphobel schneller.

Daß man das Abrichten mit einer Seite beginnt, hat mehrere Gründe. Zunächst mal braucht man eine Bezugsfläche, von der aus alle anderen Flächen und Kanten gemessen werden. Dazu eignet sich eine Seite am ehesten, weil sie eine große Fläche hat. Die Kanten relativ dazu im rechten Winkel anzustoßen ist viel einfacher als eine Seite rechtwinklig zu einer Kante zu hobeln.

Ein weiterer Grund ist, daß man bei einem sägerauhen Brett den Verlauf der Maserung nur schlecht beurteilen kann. Also muß man sowieso einmal beide Seiten abhobeln. Wie wichtig die Berücksichtigung der Holzmaserung ist, hast du ja schon angedeutet. Krenov behandelt dieses Designkriterium recht ausführlich in seinem Buch 'Die Kunst des Möbelbaus'.

Das Aushobeln einer Seite stellt auch den größten Eingriff in das Feuchtigkeitsgleichgewicht eines Brettes dar. Deshalb macht es Sinn, diesen Schritt zuerst zu machen, um zu sehen, wie sich das Brett dann verhält.

So, ich freue mich schon auf deine weiteren Ausführungen. In den Büchern liest sich das Abrichten doch viel einfacher, als es in Wirklichkeit ist. Deshalb ist es gerade wichtig, die kleinen Tricks zu erwähnen und auch die Probleme, die bei einem Anfänger mit Sicherheit auftreten werden.

Schöne Grüße, Wolfgang

[ Antworten ]

Beiträge zu diesem Thema

- -