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Re: Trocknen von Nußbaumholz
Antwort auf: Trocknen von Nußbaumholz ()

Hallo Georg,

Also entrinden ist auf alle Faelle Deine erste Sorge. Lieber heute als morgen, lieber gestern als heute. Ein gutes altes Ziehmesser, Japan-Entrinder von Dick, Naegel, Zaehne, nimm was Du findest aber entrinden muss sein, denn zwischen Rinde und Holz sitzt die Gefahr.
Wenn Du nicht aus dem Vollen bildhauern willst und starke Dicken brauchst, wuerde ich empfehlen nun etwa 50mm Bohlen schneiden zu lassen (vielleicht nicht ganz einfach eine Moeglichkeit zum Aufschneiden zu finden bei 2,20 m Laenge, siehe hierzu auch fruehere Beitrage in diesem Forum). Die Dicke (der zu schneidenden Bohlen/Bretter) ist ein Thema bei dem vielleicht ein jeder nach seinen Erfahrungen handeln wird, duennere Bretter werfen sich in der Regel staerker, was mehr Verlust bedeutet allerdings brauchen dickere nunmal laenger zum trocknen. Rechne als Faustregel unter normalen Verhaeltnissen,d.h. regegeschuetzt und nicht unter Sonneneinstrahlung, jedoch ausserhalb einer Trockenkammer ca ein Jahr pro cm Holzdicke. Es kommt freilich auch auf den Stamm an den Du ergattert hast, ist das Holz soweit geradlinig, hat es riesige Aeste oder gar Drehwuechsigkeit, sowas muss insofern mitbedacht werden als Holz nunmal aus lebendigen Zellen unterschiedlicher Groesse und unterschiedlich grossen Wassergehalts besteht, dass heisst das zwangslaeufig Spannungen und Verformungen beim Trocknen entstehen. Bist Du bei aufgeschnittenen Brettern angekommen muessen diese in der gleichen Folge wie sie urspruenglich im Stamm waren gestapelt werden. Zwischen jedes Brett legst Du duenne Latten (entrindet)gleicher Staerke (mind. 25 mm)in einem gleichen Abstand ca alle 80-100cm etwa. Die Leisten sollten immer genau uebereinanderliegen, nicht versetzt, sowie in einem mehrstoeckigen Haus Mauern nach Moeglichkeit auf Mauern stehen. Gewaehrleiste bei Deinem Stapel einen Bodenabstand von mindestens ca 12cm, und richte ihn nach Moeglichkeit so aus das die Luft zwischen den Brettern und rundum zirkulieren kann.Wenn Du die Stirnseiten etwas vom Spalten bewahren moechtest kannst Du einen Streifen Wellblech einschlagen oder/und mit Bestreichen von Wachs oder Farbresten die Verdunstung stoppen, generell ist der durch zu schnelle Schwindung hervorgerufene Schaden eher zu fuerchten als der durch Angriff von holzhungrigen Biestern.
Frueher mal, in grauen Vorzeiten floessten die Holzfaeller das Holz in fliessendem Wasser. Das diente nicht nur dem Transport talabwaerts sondern auch dem Auswaschen von Proteinen und anderen Naehrstoffen was das Holz fuer Frassfeinde weniger interessant machte.
Und nun etwas was ich nie gemacht habe aber immer dachte ich sollte es mal tun: Photo machen vom Stamm, den geschichteten Brettern, dem spaeterem Werkstueck in verschiedenen Stadien und in besinnlicher Stunde den Werdegang zurueckverfolgen?

Viel Spass und viel Photos hier im Forum?
Thomas Jacobi

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