Terrassendielenbohrer

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Ausprobieren

Hallo Berhard,
bei allen Plänen, die man so finden kann, der genau passende wird schwer zu finden sein. Geht mir bei meinen Projekten immer so.
Slebr ausprobieren ist gleich eine Schulung darin, was die Kunst des Möbelkonstrierens eigentlich ausmacht.
Nun aber ins einzelne:
Korpusaufbau durch Zinken: Die Maserung muß quer laufen, denn es wird ja immer Hirnholz zu Langholz gezinkt. Um Fügen kommst du bei 50 nicht herum. Wie oft du fügst hängt eigentlich nur von den Dimensionen deiner Bretter und ästhetischen Fragen ab. Ich schätze mal so drei, eher 4 Fugen werden es wohl werden. Wenn es dir gelingt, die Maserungen symmetrisch oder fortlaufend anzuordnen, dann erhält dein Kleinmöbel genau jenen handwerklichen Kick, der es vom industriellen Möbel unterscheidet. Bei Zinkung spielen die Proportionen eine außerordentliche Rolle für die optische Wirkung. Darüber würde ich an deiner Stelle lieber drei- als viermal nachdenken. Wiley Horne hat zu diesem Thema sehr interessante Dinge im Badger Pond aufgeschrieben. ich will mal schauen, ob ich das für dich auftreiben kann. Interessiert mich auch selber.
Einen Sockel bietet sich bei Zinkenbauweise an. Das kann in seiner Grundform ein Rahmen sein der durch Zapfen oder Zinken verbunden ist, auf den die Kiste aufgesetzt wird und durch Dübel verbunden wird. Der Sockel kann nach Geschmack geschweift werden.
Der Deckel sollte in irgendeiner Form auf den Sockel optisch antworten. Ein Deckel der sich mittels einer Falz über den Korpus legt (Stülpdeckel ?) böte da gute Möglichkeiten.
Der Boden kann bei diesen Dimesionen nicht verleimt werden. Du kannst ihn eine Nut legen. Eine Nut hat aber ein Problem: Du brauchst blind endene Nuten, oder du bekommst in deinen Korpus acht Löcher an den Austrittstellen der Nuten. Vier davon kannst du vermeiden in dem die zwei Nuten genau auf den Grund zwischen zwei Zinken zulaufen und so unsichtbar bleiben. Bei den anderen vier gibt es folgende Lösungen. Man fertigt blind endene Nuten an. Das geht mit Streichmaß und Stemmeisen erstaunlich schnell. Oder man macht die Nuten doch durchlaufend und verschließt das ganze nachträglich mit einem keilförmigen Holz, nicht so elegant geht aber auch gut und kann praktisch unsichtbar sein.
Zum Deckel: Wenn er sich über den Korpus legen soll mittels Falz, ist Rahmen und Füllung Konstruktion praktisch vorgegeben. Du kannst ihn auch stumpf auflegen, dann bieten sich Gratleisten an.
Soll der Deckel aus dem Zinkenkorpus geschnitten werden, muß der Deckel wieder eingenutet werden. Außerdem mußt du dann deinen Sägefähigkeiten einigermaßen sicher sein.
Ich will es doch noch nachtragen: 50 cm Zinken ist auch nicht ohne. Für deine Kiste wäre auch die Stollenbauweise denkbar. Dann würden vier kräftige Stollen das Grundelemt der Kiste bieten, in die Füllungen "eingehängt" werden,. Ich persönlich würde diese Konstruktion vorziehen, zumal dann, wenn noch so etwas wie ein Geheimfach etc. dazu kommen soll. Je glatter die Außenhat, desto schwieriger wird es solche Dinge zu verstecken.

Für alle grundsätzlichen Fragen der Konstruktion von Möbeln ist für mich der Spannagel unverzichtbar. Kann ich dir nur empfehlen.

Viele Grüße, Christof.

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