Juuma Ganzstahlzwingen

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Adventsholz *MIT BILD*

Hallo zusammen,

ich bin generell nicht so sehr für das ganze Adventsgedöns zu haben. Die Vorstellung den ganzen Dezember so ein nadelndes, nicht hübsches und grosses Gemüse auf dem Tisch stehen zu haben erfüllt mich auch mit wenig Freude. Da kam es grade gelegen - wenn auch recht spät - dass ich im lauten Nachbarforum eine Inspiration für einen Adventskranzersatz gefunden habe.

Ich war dann natürlich etwas spät dran, zumal ich mir noch eine brauchbare Stosslade bauen musste und auch sonst viel zu lernen hatte (z.B. das fast nicht spürbare Scharten im Hobeleisen im Hirnholz Spuren hinterlassen die aussehen wie riesige Gräben). Aber mal der Reihe nach:

Ich habe aus einem Stück kanadischen Ahorn, Birne, Buche und Nussbaum jeweils einen rechteckigen Klotz von 15 x 7cm gefertigt. Das ging soweit ganz gut, war für mich bis auf Buche jeweils das erste Mal diese Hölzer zu hobeln. Im Detail gab es ein paar Schwierigkeiten, z.B. Druckspuren vom Hobel auf der Birne, dubiose Kratzer im Holz und eben Streifen beim Hirnholz bestossen. Silbergleit & weniger Druck half gegen die Druckspuren, die dubiosen Kratzer kamen vermutlich durch eine verschmutzte Unterlage. Im Hirnholz das konnte ich erst beim letzten Klotz lösen, ich hatte beim Schleifen des Hobeleisens wohl minimalste Spuren stehen gelassen, die dann im Holz allerdings zu riesigen Streifen wurden. Immerhin musste ich an den Aussenflächen der Klötze gar nichts schleifen. Die Klötze sind verschieden hoch so dass es eine Reihenfolge ergibt, leider ist die Birne ein ganz kleines Stück zu hoch geraten.

In die Klötze wollte ich eine 55mm grosse Vertiefung für die Kerze einarbeiten. Da mein grösster Forstnerbohrer 35mm ist, habe ich hier Kreisschneider, Forstnerbohrer und Grundhobel kombiniert. Ging am Ende ganz gut, nur bei der Nuss bin ich wohl etwas zu forsch geworden und habe ein paar Ausbrüche im Grund. Da man das meist nicht sieht kann ich damit leben.

Um den nötigen Zusammenhalt herzustellen, habe ich die Stücke magnetisch verbunden. Ich habe an die Stirnseite wo die Kerze sitzt je zwei flache 10mm Rundmagnete eingelassen und gegenüber sowie einmal seitlich eine Schraube und dies mit entsprechenden Stopfen die ich selbst hergestellt habe wieder verschlossen. Das war recht diffizil, da der Stopfen immer nur ca. 1mm stark sein darf um den Magneten nicht zu sehr abzuschwächen. Leider habe ich mir für einen Test dieser Methode zwei sehr kleine Holzstücke genommen, für diese reicht die Magnetkraft. Im Nachhinein wäre es aber viel schlauer gewesen, statt der Schrauben auch Magnete einzulassen. Mir scheint, dass sogar jeweils ein einzelner dieser Magnete in beiden Seiten schlauer gewesen wäre als beide Magnete an einer Stelle und gegenüber eine Schraube. So wie es jetzt ist hält es ganz minimal, aber es reicht nichtmal um die den Nachbarklotz mitzuziehen. Den letzten Klotz habe ich an allen Stellen mit Magneten versehen, das ist ganz wesentlich stärker. Vielleicht bohre ich die anderen nochmal auf und tausche Schrauben gegen Magnete aus.

Am Ende habe ich alles noch drei mal mit Osmo Hartwachsöl behandelt, nach dem zweiten Mal vorsichtig zwischengeschliffen mit 320er Korn. Immerhin habe ich es trotz des ganzen Aufwands geschafft dass wir schon am ersten und zweiten Advent wenigstens soviele Hölzer hatten wie wir Kerzen brauchten. Seit gestern ist nun alles komplett und hat daher auch heute nochmal einen kompletten Satz Kerzen bekommen. Ich kann es gar nicht sagen wieviel Zeit es am Ende war, aber inkl. mehrmaligem Schleifen der Eisen - ich musste mich sehr wundern, dass das PMV-11 beim Bestossen seine Schärfe nicht sehr lange zu halten scheint - und dem Bauen und Feintunen der Stosslade komme ich vermutlich sogar schon ohne Ölen auf ca. 50 Stunden. Ich bin sehr froh dass das nun erledigt ist und ich endlich an dem Hockern weitermachen kann ;-)

Schönen dritten Advent wünsche ich, Michel

















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