Juuma Türenspanner - auch für Leimholzherstellung

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Die erfolgreiche Reparatur *MIT BILD*

Herzlichen Dank für die vielen Überlegungen!
Ich habe daraus die Synthese gezogen und zur Sicherheit noch Herrn Zivny von Henkel konsultiert.
Das Mittel der Wahl war, wie verschiedentlich vorgeschlagen, ein Cyanacrylatkleber, und zwar Loctite PowerFlex Gel. Der gelförmige Sekundenkleber bietet ausreichend Zeit zum Verarbeiten, da der deutlich länger zum Aushärten benötigt als die Flüssigversion. Ausserdem kann man auf bestehende Klebereste des PVAc Klebers kleben (vorausgesetzt diese Kleberreste sind fest mit dem Holz verbunden).

Und so bin ich vorgegangen:
Zuerst habe ich ein Stück Furnier auf die Welle geklebt um zu prüfen, ob die Welle so gut imprägniert ist, dass der Kleber sich nicht mit ihr verbindet. Andernfalls, so hat mir Herr Zivny geraten, müsste ich eine PE-Folie durchfädeln (auf dieser hält der Cyano-Kleber nicht) und diese dann nach dem Härten entfernen. So knapp wie da der Platz ist bin ich froh, dass ich das nicht machen musste. Denn die Furnier löste sich relativ leicht von der Welle.

Als nächsten Schritt setzte ich die drei Splitter des Segments zusammen, das mit dem Tisch verbunden ist und klebte es an seine Stelle. Nach dem Aushärten konnte ich die Welle weiterhin drehen, sie ist nicht zur starren Achse geworden. Das hat Hoffnung für die weitere Reparatur gemacht.

Dazu fädelte ich die drei Abschnitte an den jeweils richtigen Stellen ein.

Ich hab sie so positioniert, dass ich auf den Bruchflächen Klebstoff applizieren konnte

Nun bin ich mit dem Deckel auf die Klebeflächen gegangen

und hab ihn unter Druck in die waagrechte Position gedreht.

Mit minikleinen Keilen hab ich den Deckel dann Richtung Scharnier gedrückt und den Kleber aushärten lassen.

Zum Abschluss die Flächen überputzt und von überstehendem Kleber befreit. Jetzt kann ich nicht einmal mehr selber sehen, wo die Bruchstellen waren. *lach*

Die Reparatur ist also gelungen, der Deckel fällt wieder mit einem fluffigen Geräusch in seine Schliessstellung. Ich hab einen kleinen Clip gemacht, weil das Geräusch so besonders nett ist, aber leider kann ich es nicht in diesen Text laden.

Deshalb als Ersatz noch ein paar Fotos vom fertig renovierten Tisch. Die grünen Stellen rühren von ausgelaufener Tinte, die hab ich nicht komplett weggekriegt.

Vielleicht noch was zur Konstruktion:
Es ist ein Eckschreibtisch mit Rahmenkonstruktion, der ohne Beine auf zwei Winkelprofilen aufliegt, die an die Wand geschraubt sind. Das Loch hinten ist ein Kabeldurchlass. Die Lade ein Vollauszug. Und die Tischfläche habe ich aus einem alten Fußboden gemacht, was ich noch heute witzig finde.
Material:
Rahmen: Fichte
Tischplatte: Ahorn-Fußbodenpanele
Blenden: Buchensperrholz, Mit geriegeltem Ahorn furniert
Scharniere: Nuß
Scharnierwelle: Buche
Auszug: Blum Vollauszug






Nochmals danke für alle Beiträge und Ratgaben, sie haben mir geholfen mich in dem sicher zu machen, wie ich die Reparatur angehe.

Andreas

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